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<title>Wernhard Huber</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Wernhard Huber</span></h1>
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<p><b>Johann Wernhard Huber</b> (* <a href="22._Februar" title="22. Februar">22. Februar</a> <a href="1753" title="1753">1753</a> in <a href="Basel" title="Basel">Basel</a>; † <a href="10._Januar" title="10. Januar">10. Januar</a> <a href="1818" title="1818">1818</a> in <a href="Bern" title="Bern">Bern</a>) war ein <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweizer</a> <a href="Apotheker" title="Apotheker">Apotheker</a>, <a href="Politiker" title="Politiker">Politiker</a> und <a href="Dichter" title="Dichter">Dichter</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Werk">Leben und Werk</h2></div>
<p>Wernhard Huber war der einzige Sohn des Apothekers Hans Jakob und der Ursula, geborene Schnell. Sein Vater verstarb, als er vier Jahre alt war, seine Mutter drei Jahre später.
</p><p>So wuchs er als Vollwaise bei seinen Grosseltern, die Mitglieder der <a href="Herrnhuter_Br%C3%BCdergemeine" title="Herrnhuter Brüdergemeine">Herrnhuter Brüdergemeine</a> waren, in einem Haus an der <a href="Schiffl%C3%A4nde_(Basel)" title="Schifflände (Basel)">Schifflände</a> in Basel auf. Zusammen mit seiner Grossmutter und Philipp Heinrich Gemuseus (1749–1805)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> reiste Huber nach <a href="Herrnhut" title="Herrnhut">Herrnhut</a> und verbrachte seine erste Schulzeit in der herrnhutischen Erziehungsanstalt in <a href="Neuwied" title="Neuwied">Neuwied</a>.
</p><p>An der philosophischen Fakultät der <a href="Universit%C3%A4t_Basel" title="Universität Basel">Universität Basel</a> wurde Huber 1766 immatrikuliert. Von 1767 bis 1770 absolvierte er im Geschäft von Hieronymus Bernoulli (1669–1760) eine Apothekerlehre, und von 1771 bis Ende März 1772 arbeitete er als Gehilfe unter dem Verwalter <a href="Martin_Heinrich_Klaproth" title="Martin Heinrich Klaproth">Martin Heinrich Klaproth</a> in der Apotheke des verstorbenen <a href="Valentin_Rose_der_%C3%84ltere" title="Valentin Rose der Ältere">Valentin Rose</a>. Nach Basel zurückgekehrt, übernahm er die Leitung der väterlichen Apotheke und heiratete 1776 Maria Judith, geborene Streckeisen. Im Anschluss traten beide in die «Basler Sozietät» ein.
</p><p>1780 machte Huber die Bekanntschaft mit <a href="Johann_Caspar_Lavater" title="Johann Caspar Lavater">Johann Caspar Lavater</a>, und über mehrere Jahre standen sie im brieflichen Kontakt. Huber war auch Herausgeber einer Sammlung eigener dichterischer Versuche.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als sich <a href="Johann_Gaudenz_von_Salis-Seewis" title="Johann Gaudenz von Salis-Seewis">Johann Gaudenz von Salis-Seewis</a> in Basel aufhielt, besuchte er Huber und kaufte ihm das Gedicht «Silhouette» ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Huber_als_Politiker">Huber als Politiker</h2></div>
<p>Huber trat 1787 in die <a href="Helvetische_Gesellschaft" title="Helvetische Gesellschaft">Helvetische Gesellschaft</a> ein und war im gleichen Jahr Mitbegründer der <a href="Allgemeine_Lesegesellschaft_Basel" title="Allgemeine Lesegesellschaft Basel">Basler Allgemeinen Lesegesellschaft</a>, deren Komitee aus <a href="Werner_de_Lachenal" title="Werner de Lachenal">Werner de Lachenal</a> als Vorsteher, <a href="Peter_Ochs" title="Peter Ochs">Peter Ochs</a> als Ratsschreiber, Huber als Schreiber und weiteren 21 Mitgliedern bestand. Als <a href="Wilhelm_Ludwig_Steinbrenner" title="Wilhelm Ludwig Steinbrenner">Wilhelm Ludwig Steinbrenner</a> im Sommer 1790 Basel besuchte, liess er sich von Huber in die Lesegesellschaft einführen. Viele der Bücher der Lesegesellschaft wurden von Huber gestiftet. Von der Witwe <a href="Salomon_Gessner" title="Salomon Gessner">Salomon Gessner</a> konnte Huber 1799 den gesamten Bestand an Kunstwerken und Schriften ihres verstorbenen Mannes entgegennehmen.
</p><p>Huber war ein begeisterter Anhänger der <a href="Franz%C3%B6sische_Revolution" title="Französische Revolution">Französischen Revolution</a> und liess sich in seinen Fingerring den Denkspruch eingravieren «Frei leben oder sterben». Ab Januar 1798 war er Mitinitiant der <a href="Helvetische_Republik#Helvetische_Revolution_und_Franzoseneinfall_1798" title="Helvetische Republik">Basler Revolution</a> sowie Präsident der ersten Basler Nationalversammlung. Kurz darauf erfolgte seine Wahl ins Regierungskomitee, dann ins «Konstitutionskomitee»; auch die Saal-Inspektion musste Huber präsidieren. Ab April 1798 war Huber Mitglied des <a href="Helvetische_Republik" title="Helvetische Republik">helvetischen</a> Grossen Rats. Als das Direktorium die Räte einlud, die <a href="Sturm_auf_die_Bastille" title="Sturm auf die Bastille">Erstürmung der Bastille</a> am 14. Juli mit einer Feier zu ehren, ging Huber noch weiter und verlangte, dass dieser Tag in Helvetien allgemein gefeiert werde.
</p><p>Huber setzte sich für Denkfreiheit, Vereinsfreiheit, die Pressefreiheit und Gewissensfreiheit ein. Er setzte sich vergebens für die Abschaffung der <a href="Zehnt" title="Zehnt">Zehnt</a>abgabe ein und nahm gegenüber der «allgemeinen Gewerbefreiheit» eine ablehnende Stellung ein.
</p><p>Im Sommer des Jahres 1800 schien Hubers politische Laufbahn zu Ende zu gehen. Zu den Mitgliedern des Grossen Rates, die verfassungsmässig durch das Los zum Austritt genötigt wurden, gehörte auch Wernhard Huber; der Entscheid darüber fiel auf den 1. August. Wenige Tage darauf, am 8. August, bereitete der <a href="Helvetische_Republik#Zweiter_Staatsstreich_vom_7._August_1800" title="Helvetische Republik">zweite Staatsstreich</a> den beiden helvetischen Parlamenten überhaupt ein Ende, und unter den glücklichen 35, welche der Vollziehungsausschuss zu einem neuen gesetzgebenden Rat berief, befand sich auch Huber, der dadurch aufs Neue einen parlamentarischen Sitz erhielt. In dieser Zeit verschaffte er <a href="Johann_Georg_Tralles" title="Johann Georg Tralles">Johann Georg Tralles</a> das <a href="Ehrenb%C3%BCrger" title="Ehrenbürger">Ehrenbürgerrecht</a>.
</p><p>Im Herbst 1801, als durch die <a href="Verfassungen_der_Helvetischen_Republik#Die_zweite_Verfassung" title="Verfassungen der Helvetischen Republik">Verfassung von Malmaison</a> die Tage des alten helvetischen Parlaments zu Ende gingen, hörte auch Hubers parlamentarische Tätigkeit auf.
</p><p>Da man in Basel auf Huber als Führer und Veranstalter der Revolution vom Jahre 1798 schlecht zu sprechen war, blieb Huber als <a href="Privatgelehrter" title="Privatgelehrter">Privatgelehrter</a> in Bern. Fünf Jahre nach seinem Ableben verstarb seine Frau in <a href="Aarwangen" title="Aarwangen">Aarwangen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke">Werke</h2></div>
<ul><li>Wernhard Huber: <i>Funken vom Heerde. Seiner Laren, der Freundschaft, der Wahrheit, dem Scherze.</i> Johann Jacob Thurneysen, Basel 1787; Nachdruck: Nabu Press, 2012, ISBN 978-1-248-68964-6.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Paul_Wernle" title="Paul Wernle">Paul Wernle</a>: <i>Wernhard Huber, der helvetische Grossrat und Basler Dichter.</i> In: <i><a href="Basler_Zeitschrift_f%C3%BCr_Geschichte_und_Altertumskunde" title="Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde">Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde</a>.</i> Bd. 20, 1922, S. 59–126 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=bzg-002:1922:20#65">Digitalisat</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://query.staatsarchiv.bs.ch/query/resultatliste.aspx">Wernhard Huber</a> im <a href="Staatsarchiv_Basel-Stadt" title="Staatsarchiv Basel-Stadt">Staatsarchiv Basel-Stadt</a> (Suche).</li>
<li>Karin Marti-Weissenbach: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026006"><i>Johann Wernhard Huber.</i></a> In: <i><a href="Historisches_Lexikon_der_Schweiz" title="Historisches Lexikon der Schweiz">Historisches Lexikon der Schweiz</a></i>. <span style="white-space:nowrap;"> 15. Oktober 2009</span>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Thomas Schibler: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019218"><i>Philipp Heinrich Gemuseus.</i></a> In: <i><a href="Historisches_Lexikon_der_Schweiz" title="Historisches Lexikon der Schweiz">Historisches Lexikon der Schweiz</a></i>. <span style="white-space:nowrap;"> 11. Januar 2018</span>, abgerufen am <span style="white-space:nowrap;">16. Oktober 2020</span>.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=bzg-002:1922:20#101">Wernhards Huber Gedichte ab 1881.</a> In: <a href="Paul_Wernle" title="Paul Wernle">Paul Wernle</a>: <i>Wernhard Huber, der helvetische Grossrat und Basler Dichter.</i> In: <i><a href="Basler_Zeitschrift_f%C3%BCr_Geschichte_und_Altertumskunde" title="Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde">Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde</a>.</i> Bd. 20, 1922, S. 95.</span>
</li>
</ol>
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